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BioLOG

Mai 14, 2009

Vögel stark bedroht

Abgelegt unter: biologie — Administrator um 19:05

„Es gibt Menschen, welche den Vogel ganz genau zu kennen glauben, weil sie das Ei gesehen, woraus er hervorgegangen.“ Heinrich Heine

Dädalus und Ikarus aus der antiken griechischen Mythologie haben sich von den Vögeln inspirieren lassen, wie man fliegen kann und flogen dann mit selbst gebauten großen Flügeln durch die Lüfte. In der Realität ist es den Menschen jedoch noch nicht gelungen, wie ein Vogel zu fliegen. Trotz genauer Flugaufzeichnungen von Vögeln, Fledermäusen und Insekten ist der technische Mechanismus des Flügelschlags bis heute noch nicht entschlüsselt.

Bisher sind ungefähr 9700 Vogelarten bekannt. Sie leben auf allen Kontinenten der Erde und schon nach dem Aussterben der Dinosaurier haben sich Vogelgruppen herausgebildet, die den heutigen Vögeln sehr ähnlich sind. Vögel haben meist unterschiedliche Spezialanpassungen. So können Eulen bei Nacht sehen und ihren Kopf um 270° drehen, jedoch sehen sie sehr unscharf. Wanderfalken können kleine Tiere aus einer Entfernung von über einem Kilometer entdecken. Kleine Vögel können UV-Licht wahrnehmen. Einige Arten können unter Wasser sehen, indem sie das Brechungsvermögen ihrer Augenlinsen anpassen und wieder andere haben einen Magnetsinn. Zu alledem wird auch noch vermutet, dass Vögel viel intelligenter sind, als bisher angenommen.

Vögel sind einzigartig und bemerkenswert und werden immer seltener…

Heute ist die überarbeitete IUCN Red List über Aves mit einem schockierendem Thema erschienen. 1227 Vogelarten sind vom Aussterben bedroht. 192 Arten sind sogar stark vom Aussterben bedroht (Critically Endangered- höchste Kategorie der Bedrohung).

So auch die kolumbianische Kolibriart Isabella-Schneehöschen, die erst seit 2007 beschrieben ist. Diese Art musste ihren Lebensraum für den illegalen Coca-Anbau einschränken und lebt nun auf nur noch 1200 Hektar.

“It extremely worrying that the number of Critically Endangered birds on the IUCN Red List continues to increase, despite successful conservation initiatives around the world,” sagte Simon Stuart, Chair of IUCN’s Species Survival Commission.

Aber es gibt auch gute Nachrichten. Durch Vogelschutzprogramme ist es gelungen den brasilianischen Papagei Lear-Ara und den Sturmvogel Chatham Petrel von der höchsten Bedrohungskategorie zu „endangered“ zu verschieben. Auch der Mauritiusweber wurde durch eine Translokation und eine neu eingerichtete Population vor dem Aussterben gerettet.

Lear-Ara

Hoffentlich laufen andere Schutzmaßnahmen ebenso erfolgreich. In diesem Sinne:

„Schützt die Vögel! Die Taube bringt uns den Frieden und der Storch Steuerermäßigung.“ Bob Hope

Quelle:

http://www.iucn.org/

Mai 8, 2009

Methanemission verringert!

Abgelegt unter: biologie — Administrator um 13:05

Die Gletscher schmelzen, die Meeresspiegel steigen, Wirbelstürme zerstören die Heimat tausender Menschen, Überschwemmung und Dürre- ist es damit bald vorbei?
Die globale Erwärmung ist nicht mehr zu leugnen. Beinahe jeden Tag kommt es zu Umweltkatastrophen, die vielen Menschen Leid zufügen. Der IPCC hält es für „sehr wahrscheinlich“, dass die Hauptursache der Erderwärmung an der Verstärkung des natürlichen Treibhauseffektes liegt. Die Verbrennung fossiler Brennstoffe und Waldrodung tragen dazu bei, dass zu viel Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre gelangt und die Zusammensetzung der Atmosphäre verändert wird. Die Veränderung der Atmosphärenzusammensetzung ist ein Grund für den anthropogenen Treibhauseffekt.
Auch die Land- und Viehwirtschaft trägt durch den immensen Methanausstoß zum Treibhauseffekt bei. Im Jahr sind ungefähr 70% der 500 Mio. Tonnen der weltweiten Methanemission auf den Menschen zurückzuführen. Damit ist Methangas der zweit schlimmste Verursacher des Treibhauseffektes nach Kohlendioxid. Methan ensteht bei organischen Gär- und Zersetzungsprozessen, wie z.B in der Massentierhaltung. Vor allem Rinder stoßen viel Methan aus. In den Rindermägen wird Zellulose u.a. durch einen archaeellen Methanbilder zersetzt, wodurch ein Rind etwa 150-250 l Methan am Tag produziert.
Durch Wissenschaftler der University of Alberta sollen Rindern nun 25% weniger Methan ausstoßen als zuvor. Die kanadischen Forscher haben die Nahrung der Rinder verändert und das neue Futter enthält nun ein spezielles Gleichgewicht von Zucker, Stärke, Zellulose, Fett und anderen Futtermitteln.
Damit lässt sich vielleicht nicht die Erderwärmung aufhalten, aber es ist einer der vielen kleinen Schritte die Welt zu verändern.

Quellen:

http://www.sciencedaily.com/releases/2009/05/090507145752.htm
http://www.umweltlexikon-online.de/fp/archiv/RUBwerkstoffmaterialsubstanz/Methan.php

Mai 2, 2009

Day 3- Überall Affen!

Abgelegt unter: biologie, psychologie — Administrator um 18:05

Das uns Menschen am nächsten stehende Tier ist ohne Frage der Affe. Wissenschaftler verschiedenster Nationen und Forschungsrichtungen beschäftigen sich auf unterschiedlichste Weise mit diesen intelligenten Tieren. Vor allem, wenn es um das Verhalten der Affen geht, lassen sich viele Gemeinsamkeiten zum Homo sapiens sapiens finden. Deshalb ist es wichtig unsere Vorfahren genaustens zu untersuchen und derer Verhalten zu analysieren, um parallelen zu dem Menschen ziehen zu können und das menschliche Verhalten zu verstehen. Aus diesem Grunde durften natürlich beim Behaviour Symposium nicht die Biologen, die sich vorrangig mit Primaten beschäftigen, fehlen. Von den Veranstaltern wurde der gesamte Samstag eingeplant, um sich über die neusten Erkenntnisse auszutauschen.

Prof. Klaus Zuberbühler aus Schottland und Prof. Hans Kummer aus der Schweiz durften mit den Themen: Wo und Wie Wissenschaftler Verhalten erforschen und die Anfänge der menschlichen Sprache beginnen.
Kummer stellte unter dem ersten Thema einen Versuch vor, bei dem er Primaten in eine, für sie ungewohnte, Situation brachte. Dabei beobachtete er Verhalten, das er nie erwartet hätte: das Nicht-Einbringen eines einzelnen männlichen Affen in das ihm gebotenen soziale Gefüge, bestehend aus einem Männchen und einem Weibchen. Obwohl das Männchen ihm anbot sich gemeinsam mit der „Gruppe“ aufzuhalten, setzte sich das „neue“ Männchen in eine andere Ecke des Käfigs und schaute die beiden anderen Affen nicht mehr an.
Der schottische Forscher Zuberbühler entschlüsselte verschiedene Laute von Schimpansen und verglich, ob diese von anderen Schimpansen verstanden werden. Interessant ist, dass Wahrnlaute sowohl von Schimpansen, als auch von anderen Affenarten, als solche interpretiert wurden.
Zwei italienische Forscherinnen untersuchten in Brasilien, wie Kapuzineraffen Werkzeuge zum Knacken von Nüssen benutzen und woran sie das richtige Werkzeug erkennen. Elisabetta Visalberghi und Elsa Addessi fanden bei ihren Versuchen heraus, dass Kapuzineraffen oft harte und schwere Steine nutzen, um die Nüsse zu knacken. Diese Steine wiegen zwischen 25 und 40 % des Körpergewichts der Affen. Mit einer aggressiven Technik zertrümmern sie die Schalen der Nüsse. Kapuzineraffen können durch Tippen auf ihr potenzielles „Werkzeug“ herausfinden, ob der Stein aus dem richtigen Material besteht, um die Schalen zu knacken und wie schwer der Stein ist. Diese Ergebnisse der Experimente begeisterten die Zuhörer des Behaviour Symposiums und in der anschließenden Fagerunde wurden deshalb viele Fragen gestellt, Anekdoten erzählt und weitere Versuche mit Kapuzineraffen vorgeschlagen.
Die nächste Rednerin Dorothy L. Cheney aus den USA stellt ihre Ergebnisse zum Beziehungsverhalten von Bonobos vor. Weibliche Bonobos bauen eine menschenähnliche Beziehung zu Freunden und Verwandten auf. Verlieren sie einen von diesen engen Beziehungen steigt ihr Stresslevel, wie bei einem Menschen, der einen guten Freund verloren hat. Julia Fischer stellte ähnliche Ergebnisse von Experimenten mit Berberaffen vor.
Zum Abschluss des Tages gab Sue Savage-Rumbaugh einen umfassenden Überblick über die Kommunikation von Bonobos und Menschen mithilfe von Computern. Sie zeigte beeindruckende Bilder und Videosequenzen von einer unglaublichen Art der Affen sich mit dem Menschen zu unterhalten und Wörter mit Bildern zu verknüpfen.
Das zeigte, wie ähnlich Affen den Menschen sein können und wie sehr man Tiere eigentlich unterschätzt.

Mai 1, 2009

Day 2- Kurzer Themeneinblick

Abgelegt unter: biologie — Administrator um 17:05

Heute früh 9 Uhr ging das Behaviour Symposium in die zweite Runde. Wieder meiner Erwartungen war der Senatssaal auch zu dieser, für mich frühen, Uhrzeit voll. Der Raum wurde weitestgehend abgedunkelt, um die PowerPoint Präsentationen besser erkennen zu können und dann trat Prof. Wolfgang M.Schleidt vor das Mikrophon. Sein Gesicht wurde durch eine kleine Lichtquelle am Podium angestrahlt und so wirkte der 82 Jährige, wie ich mir einen Professor vorgestellt habe.

Seine Rede handelte von dem großen Thema „Kommunikation“. Anhand von Videosequenzen und animierten Bildern von Truthähnen und Enten erklärte er auf welche Arten Kommunikation stattfindet. An seinen Vortrag knüpfte Prof. Kurt Kotrschal nahtlos an und sprach über soziale Beziehung von Graugänsen und Mensch-Tier Beziehungen.
Wirklich interessant wurde es erst nach der Kaffeepause. Prof. Patrick Bateson referierte auf eine charmante und lustige Art über die Interaktion von Genotyp, Umwelt und Phänotyp. Er erforschte große und kleine Babys, die unter schlechten und guten Nahrungsbedingungen aufwachsen und kam zu dem Ergebnis, dass große Babys, die unter guten Nahrungsbedingungen aufwachsen, später weiterhin normale Körperproportionen haben. Wachsen sie hingegen mit Ernährungsmängeln auf, sind sie später oft zu dünn. Bei kleinen Babys ist es genau umgekehrt. Schlechte Nahrungsbedingungen führen zu normale Körperproportionen, aber gute Ernährung zu Adipositas.
Bateson erkannte auch einen Zusammenhang zwischen dem Geburtsgewicht und Herzkrankheiten. Kinder, die mit einem hohen Geburtsgewicht zur Welt kommen, haben später weniger Herzprobleme als Kinder mit einem niedrigen Geburtsgewicht. Dieser Zusammenhang zeigt sich auch in dritte Welt Ländern, bei denen die Anzahl der Herzkranken alarmierend hoch ist.

Dieses Problem könnte durch die Epigenetik erklärt werden. Dr. James P. Curley hielt heute einen spannenden Vortrag über Epigenetik und ließ verlauten, dass er an epigenetische Zusammenhänge zwischen Herzkrankheiten und Ernährung glaubt. Doch durch die Epigenetik, ein sehr frisches Thema der Biologie, konnte bisher noch keine solche Verbindungen bei Menschen eindeutig bewiesen werden. (Mehr zu diesem Thema: Epigenetik- Was ist das?, Kindheitserfahrungen können Gene verändern! )
Prof. David Macdonald, der 5. Redner dieses Tages setzte sich mit dem Thema „Menschen und Natur“ auseinander. Ihm ging es vor allem, darum zu zeigen, was der Mensch den, in der Natur lebenden, Tieren antut, wie viele Tiere fast auslöscht wurden und wie man bedrohte Tierarten retten kann. Dr. Tom Moorhouse und Prof. David Macdonald arbeiteten an einem Projekt zusammen, bei dem gezüchtete Minke in die Natur ausgesetzt werden sollten, um die Populationen aufzustocken. Von dem Projekt erzählte Dr. Tom Moorhouse als Abschlussredner des zweiten Tages des Behaviour Symposiums.

April 30, 2009

„Let me welcme you at the Humboldt Universität zu Berlin“ (U.J.Nagel)

Abgelegt unter: biologie, psychologie — Administrator um 19:04

„To have you [ Prof. em. Dr. rer. nat., Dr. h. c. Günter Tembrock] here today is a particular manor for all of us“ waren die Worte von Prof. Dr. Dr. h.c. Uwe Jens Nagel in der Eröffnungsrede des Behaviour Symposiums der Humboldt-Universität zu Berlin und der Leopoldina. Der Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin war gefüllt von Professoren, Doktoranden, Studenten und vielen anderen Menschen, die sich für Verhaltensbiologie und Tierpsychologie interessieren. Persönlichkeiten der ganzen Welt hörten Prof. Dr. Dr. h.c Uwe Jens Nagel, Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Theodor Hiepe, Andreas Wessel und Prof. Günter Tembrock zu. Zu meinem Glück durfte auch ich teilnehmen. Der Senatssaal war bis zu letzten Platz besetzt und viele Interessierte mussten, um dabei sein zu können, stehen bleiben.

Die Eröffnungsreden von Prof. Uwe Jens Nagel und Prof. Theodor Hiepe waren ein Lobgesang auf Prof. Günter Tembrock. Daraufhin folgte eine Zusammenfassung der Begründer der Verhaltensforschung und der Evolution von Andreas Wessel. Die Reden waren zwar sehr interessant aber unspektakulär, wenn man kurz danach Prof. Günter Tembrock hören durfte.

Mit Elan und vollem Körpereinsatz sprach der Professor, mit seinen 91 Jahren, über seine Arbeit in den letzten 60 Jahren. Man merkte ihm sofort an, dass er sowohl Spaß am Forschen, als auch an seinen Vorträgen hat. Nur die internationalen Gäste, die kein Deutsch verstehen, hatten einige Probleme ihm zu folgen. Seine Englischkenntnisse reichten, wie er erklärte, nicht aus, um Englisch zu sprechen. Dafür wurden die Folien, die er zu Unterstützung nutzte, sowohl auf Englisch, als auch auf Deutsch gezeigt. Bereits die zweite Folie brachte den Saal zum Lachen. Sie zeigte das Gesicht Gerhard Schröders und den Kopf einer Fliege. Beide Lebewesen sahen sich unglaublich ähnlich. Nun konnte sich Prof. Günter Tembrock sicher sein alle Aufmerksamkeit zu haben und erzählte freudig und selbstsicher, was er in 60 Jahren erforscht hat und zu welchen Ergebnissen er gekommen ist. Zwischendurch kam es jedoch zu kleine Problemen. Es schien als hätten sich die Mitarbeiter, die für das Umlegen der deutschen und englischen Folien zuständig waren, nicht abgesprochen und so mussten sie manchmal zwischendurch die richtigen Folien suchen. Für die Gäste war es deshalb teilweise schwierig zu folgen. Doch im allgemeinen sorgten kleine Probleme nicht für Unruhe, sondern eher zur Aufmunterung.

Prof. Günter Tembrock widmete einen Lebensabschnitt zur Verhaltensforschung der Füchse. Sein Ziel war es jedoch umfassende Konzepte für Tiere aufzustellen. Dies gelang ihm einwandfrei und darüber hinaus entwickelte er eine umfassende Erläuterung und einige Schemata zum Begriff „Leben“ und für die evolutiven Stufen des Bewusstseins.
Tembrock stellte auch seine Arbeit mit Tierstimmen vor, in der er Tierlaute im Sinne der genetischen Verwandtschaft untersuchte. Zur Freude aller Teilnehmer machte er in diesem Zusammenhang eine affinen und einen diffugen Laut der Wölfe nach.
Für mich hätte seine Rede nicht spannender sein können. Nun freue ich mich auf den morgigen Tag, der hoffentlich genauso klasse wird, wie der Heutige.

April 26, 2009

Weltfinanzkrise

Abgelegt unter: Fundsachen — Administrator um 14:04

Beim Surfen durch das Internet habe ich diesen beiden Videos gefunden. Diese erklären, wie es zur Finanzkrise kam. Sie sind zwar auf Englisch, aber dadurch, dass es sehr anschaulich erklärt wird, versteht man die Videos auch mit eingerostetem Schulenglisch.



Kindheitserfahrungen können Gene verändern!

Abgelegt unter: biologie, gene, psychologie — Administrator um 11:04

„Selbstmord ist die abscheulichste Sünde, mein Kind, die einzige, die man nicht mehr bereuen kann, weil Tod und die Missetat zusammenfallen.“ Friedrich Schiller (Kabale und Liebe- Miller)

„Suizidalität umfasst alle bewussten und unbewussten Gedanken, Phantasien, Impulse und Handlungen, die erwägen oder darauf gerichtet sind, den eigenen Tod herbeizuführen. Suizidalität kann als Ausdruck der Zuspitzung einer seelischen Entwicklung verstanden werden, in der die Menschen hoffnungslos und verzweifelt sind und ihre Situation als ausweglos erleben. Sie fühlen sich oft innerlich zerrissen (ambivalent), überschwemmt von Gefühlen und schwer zu kontrollierenden Gedanken oder Impulsen. Das suizidale Erleben und der Drang, Suizidgedanken in die Tat umzusetzen, kann je nach Persönlichkeit und Problematik des einzelnen Menschen sehr unterschiedlich sein.“ TZS, Hamburg

Die Wissenschaftler Dr. Michael J. Meaney und Moshe Szyf von der McGill University in Montreal, Kanada entdeckten, dass früh kindliche Trauma die Aktivität von Genen dauerhaft verändern können. Von Ratten ist bereits bekannt, dass die mütterliche Fürsorge das Verhalten ihrer Nachkommen beeinflusst. Je fürsorglicher sich eine Mutter gegenüber ihrer Schützlinge verhält, desto selbstsicherer und stressresistenter wurde diese. In Gefahrensituationen produzierten die Körper, der fürsorglich behandelten Jungtiere weniger Stresshormone, als ihre vernachlässigten Artgenossen. Diese Folgeerscheinung bleibt bis in Erwachsenenalter.

Der Grund für diese Auswirkung ist ein verändertes Methylierungsmuster der DNA in den Zellen des Hippocampus. Ein fürsorgliches Aufwachsen bewirkt, dass wichtige Gene der Stressreaktion durch eine chemische Veränderung abgeschaltet werden. Bei den vernachlässigten Tieren hatte sich das Gehirn jedoch auf Stress programmiert. Durch dieses überraschende Ergebnis wollten die Wissenschaftler diesen Effekt auch bei Menschen testen.

Dafür nutzen sie 13 Gehirne von Selbstmördern, die in ihrer Kindheit missbraucht wurden. Zum Vergleich nutzen sie Gehirne von Unfallopfern, von denen kein frühkindliches Trauma bekannt war. Das Ergebnis ihrer Analyse der Gehirne ist, dass bei den Selbstmördern wichtige Gene durch chemische Modifikation deaktiviert waren.
Die Gene waren für die Produktion von Proteinen in Zellen verantwortlich und ausschließlich im Hippocampus der Missbrauchsopfer methyliert worden. Der Hippocampus ist eine Hirnregion, die für das Lernen und Erinnern wichtig ist. Es wurde auch festgestellt, dass der Hippocampus bei Missbrauchsopfern deutlich kleiner ist, als bei Menschen ohne Trauma.

Die roten Bereiche sind die Hippocampi.

„Es könnte sein, dass die Unterschiede in der Methylierung durch den frühkindlichen Missbrauch verursacht wurden, doch eine Kausalität nachzuweisen, ist bei Menschen deutlich schwieriger als bei Tieren.“ Moshe Szyf

Es ist also nicht möglich festzustellen, wann die Methylierung stattfand. Doch Moshe Szyf ist sich sicher, dass Missbrauch in der Kindheit Spuren im Gehirn hinterlassen, die man bis ins Erwachsenalter nachweisen kann und die das Suzidrisiko erhöhen. Als nächstes Wollen die Forscher herausfinden, ob bei Menschen ein fürsorgliches Aufwachsen ebenfalls das Methylierungsmuster der DNA verändert, wie bei Ratten.

Quellen:

http://www.uke.de/extern/tzs/TZS_d.html

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=6438

April 24, 2009

Blood Falls

Abgelegt unter: biologie — Administrator um 16:04


„Blood Falls“ werden die dunkelroten Wasserfälle genannt, die hin und wieder aus der Wand des Taylor-Gletschers auströmen. Als dieses Naturschauspiel 1911 von dem australischem Geologen Griffith Taylor in der Antarktis entdeckt wurde, glaubte man zunächst, dass die dunkelrote Farbe von einem zu hohem Anteil von Rotalgen käme. Doch seit den 1960er Jahren weiß man, dass die Farbe auf den hohen Eisenanteil zurückzuführen ist.
400 Meter unter dem Eis befindet sich die Salzwasserquelle für die „Blood Falls“. Die hypersaline, Sulfat- und Eisen(II)-Ionen-haltige, minus 5 Grad Celsius kalte Flüssigkeit ist luftdicht verschlossen. Das Eisen wird durch den Gletscher aus den Felsboden geschabt und gelangt so ins das Wasser. Nachdem die Eisen(II)-Ionen mit atmosphärischen Sauerstoff oxidieren, werden sie zu wasserunlöslichen Eisen(III)-oxid und lagern sich an der Oberfläche des Eises ab. Dadurch entsteht die blutrote Färbung.

Forscher glaubten in dem unterirdischen See auf Leben zu stoßen und untersuchten einige Proben. Bei den Analysen stießen Jill Mikucki und ihre Kollegen auf hohe Konzentrationen von Eisen und Schwefelverbindungen. Außerdem entdeckten sie organischen Kohlenstoff , Spuren von Nukleinsäuren und bestätigten, dass in diesem See nahezu kein Sauerstoff vorkommt. Damit wurde bewiesen, dass autotrophe Bakterien durchaus unter diesen schwierigen Bedingungen leben können.

blood falls2

Eine Grundlage für das Leben scheint der hohe Sulfatgehalt zu sein. Diese Bakterien wandeln Sulfate aber nicht, wie die anderen ohne Sauerstoff lebenden Bakterien zu Schwefelwasserstoff um, sondern durch ein spezielles Enzym können sie Sulfat zu Sulfit reduzieren und als organische Schwefelverbindung in ihren Stoffwechsel einschleusen. Forscher vermuten, dass die Elektronen von dem Eisen die Aufgabe des Sauerstoffs übernehmen.
Es scheint sich also ein kleines Ökosystem gebildet zu haben. Nach dieser Entdeckung hofft man erneut auf Leben auf anderen Planeten zu stoßen, da zum Beispiel auf dem Mars ähnliche Bedingungen herrschen.

Quellen:

http://en.wikipedia.org/wiki/Blood_Falls
http://www.handelsblatt.com/technologie/forschung/blutspur-des-lebens;2242467;0

April 22, 2009

Nie Sonnenbrand, trotzdem Hautkrebs!

Abgelegt unter: biologie, gene — Administrator um 16:04

Pünktlich zum Wochenende klettern die Temperaturen in Berlin wieder über die 20 Grad Celsius Grenze. Die Parks werden aufgrund des dazugehörigen Sonnenscheins überfüllt sein, denn alle Wintermuffel werden versuchen sich die Zeit, bis zum Sommer, mit den wenigen Frühlingssonnenstrahlen zu verschönern. Passend zum schönen Wetter haben Wissenschaftler neue Erkenntnisse aus der Hautkrebsforschung veröffentlicht.

Bislang galten helle Hauttypen mit blonder oder roter Haarfarbe als besonders gefährdet. Dunkelhaarige, die nicht leicht Sonnenbrand bekommen, wurden bisher nicht zu den Risikopatienten gezählt. Doch nun könnte laut Peter Kanetsky, Ph.D., M.P.H., Assistentsprofessor der Epidemiologie an der Universität in Pennsylvania und seinen Kollegen das Gen MC1R einen entscheidenen Einfluss bei der Hautkrebserkrangung malignes Melanom spielen.

"Traditionally, a clinician might look at a person with dark hair who did not sunburn easily and classify them as lower risk for melanoma, but that may not be true for all people in the population."sagte Peter Kanetsky

Das Gen MC1R enthält Informationen zur Herstellung des Proteins „melanocortin 1 receptor“. Dieses Protein spielt eine wichtige Rolle in der Pigmetierung und befindet sich an der Oberfläche von Melanocyten, welche das Pigment Melanin herstellen. Melanin gibt der Haut, den Haaren und den Augen ihre Farbe.

779 Melanompatienten der „Pigmented Lesion Clinic of the University of Pennsylvania“ wurden analysiert und mit 325 gesunden Kontrollpatienten verglichen.

Dabei entdeckten die Forscher, dass die Präsenz von Varianten des Gens MC1R ,mit einen 2 mal so hohem Risiko an malignen Melanom zu erkranken, verbunden ist. Das Erkrankungsrisiko wurde vor allem bei Patienten festgestellt, die normalerweise nicht zu den Risikopatienten zählen. Bei dunkelhaarigen Menschen, die ein Variante des Gens MC1R mit sich tragen erhöht sich das Risiko an malignen Melanom zu erkranken um das 2,4 fache. Es wurde aber kein erhöhtes Risiko bei blonden und rothaarigen Menschen mit diesem Gen festgestellt. Betroffen sind auch Menschen mit dem Gen und einer dunklen Augenfarbe, bei denen sich das Erkrangungsrisiko um das 3,2 fache erhöht. Außerdem wurde eine Risikoerhöhung um das 8 fache bei Menschen, die keine Sommersprossen bekommen, festgestellt.

 

In Deutschland erkranken jährlich 15000 Menschen an malignen Melanom und 2000 Menschen sterben daran. Da es aber noch keine Möglichekeit gibt sich auf MC1R testen zu lassen, bleibt den Sonnenanbetern nur die Nutzung von Sonnencreme um die Hautkrebsgefahr zu verringern.

 

Quellen:

http://ghr.nlm.nih.gov/gene=mc1r http://www.sciencedaily.com/releases/2009/04/090421101621.htm http://melanoma.at/

April 21, 2009

Epigenetik- Was ist das?

Abgelegt unter: biologie, gene — Administrator um 14:04

Frauen, die im Hungerwinter 1946/47 geboren wurden,kamen mit einem geringen Geburtsgewicht zur Welt und brachten später auch besonders kleine Kinder zur Welt, obwohl es nun wieder genug zu Essen gab. Die Enkel der Kriegsgeneration litten unter einem höheren Krankheitsrisiko. Wie kann es sein, dass Veränderungen, die durch die damaligen Lebensbedingungen hervorgerufen wurden noch in den nachfolgenden Generationen zu finden sind?

Die Erklärung für solche mysteriösen Fälle soll die Epigenetik geben. Epigenetik ist ein Thema das momentan in den Wissenschaftsforen heiß diskutiert wird, aber nicht für jeden einleuchtend erscheint. Deshalb taste ich mich heute mal vorsichtig an dieses Thema heran.

Epigenetik waren schon immer all die seltsamen und wundervollen Dinge, die sich durch die Genetik nicht erklären lassen.“ Denise Barlow (Wien, Österreich)

Das Spezialgebiet der Biologie beschäftigt sich mit der Vererbung von Merkmalen, die nicht in der DNA-Sequenz festgelegt sind. Ein wichtiger Bestandteil um Aufschluss über eine solche Art der Vererbung zu geben, sind Histone, eine Art Verpackungsmaterial für die DNA. Histone sind Proteine, die je nachdem welche chemische Gruppe sie tragen, ob sie methyliert oder acetyliert sind, Gene dauerhaft deaktivieren oder aktivieren können. Bei der Zellteilung geben Histone ihr Eigenschaft an die Tochterzellen weiter. So bleibt die genetische Information und auch die epigenetische Information erhalten. Es wird angenommen, dass Methylierung, Acetylierung oder auch andere Formen der Histonmodifikation, wie Phospholierung, Sumoylierung und Ubiquitinylierung durch äußere Faktoren, wie Umwelteinflüsse und Ernährung beeinflusst werden. Ein Beispiel bietet die Fruchtfliege Drosophila melanogaster, die weiße Augen hat und ihre Embryonen bei 25 Grad Celsius aufzieht. Wird die Umgebungstemperatur der Embryonen für kurze Zeit auf 37 Grad Celsius erhöht, schlüpfen Fliegen mit roten Augen. Werden diese Fliegen untereinander gekreuzt, ist ein Teil der Nachkommen wieder rotäugig, obwohl auf eine weitere Wärmebehandlung verzichtet wurde. Eine Gruppe von Forschern von Renato Paro ,Professor für Biosysteme am Department of Biosystems Science and Engineering (D-BSSE), kreuzten diese Fliegen über sechs Generationen und immer wieder kamen Rotäugige zur Welt. Jedoch blieb die DNA-Sequenz des Gens, welches für die Augenfarbe verantwortlich ist bei Eltern und Nachkommen gleich.

Es scheint also, als wäre das Rätsel der besonders kleinen Kinder nach dem Hungerwinter gelöst. Doch ist das Ergebnis nicht ein Rückschlag für Darwins Evolutionstheorie? Nun es scheint es als hätte Lamarck doch nicht Unrecht gehabt. Umwelteinflüsse verändern die Eigenschaften eines Individuums und werden an die nächste Generation weitergegeben. Doch der Renato Paro meint "Darwin was 100 percent right". Durch die Epigenetik werden neue Merkmale generiert und vererbt. Diese Merkmale seien den gleichen Evolutionsmechanismen unterworfen, wie diejenigen, die einen rein genetischen Ursprung haben. Wie wir die Ergebnisse der Epigenetik deuten können wird sich noch zeigen

Quelle:

Originaltext: http://www.sciencedaily.com/releases/2009/04/090412081315.htm

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